Rhein-Herne-Kanal 09.10.2005

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Es müssen nicht immer exotische Arten sein. Wirbellose in heimischen Gewässern sind auch interessant. Zu dieser Jahreszeit ist es nicht so einfach wie im Sommer, wo dichte Wasserpflanzenteppiche in den Buchten des Kanals treiben. Trotzdem hat man auch jetzt noch Chancen einige Tiere zu entdecken.

Der Rhein-Herne-Kanal (RHK) bei Essen


Der Kanal hat unterschiedlichste Uferbefestigungen. In den Buchten ist meistens ein naturnahes Ufer mit Geröll, Erde und größeren Steinen, während die Schifffahrtsstrecke meist mit Spundwänden oder betonierten Steinen befestigt wird. Somit wird eine Errosion des Ufers und eine Verlandung des Kanals vermieden, um den nötigen Tiefgang für die Schiffe zu erhalten.

Eine Bucht im RHK


Die Bucht hat einen geschätzten Durchmesser von 80-100m.

Der Fangplatz


Die helleren Stellen zwischen den größeren Steinen bestehen aus Sand. Steine sind teilweise mit Algen bewachsen. Gegenüber den Sommermonaten sind keine Wasserpflanzen sichtbar. Bei Schiffsverkehr entsteht durch die enorme Wasserverdrängung ein Sog. Das verdrängte Wasser zieht kreisförmig durch die gesamte Bucht, wobei dann auch der Wasserstand temporär beeinflußt wird.

Gefundene Tiere


Leider sind einige Aufnahmen nichts geworden, so dass die enorm großen Bachflohkrebse vielleicht ein anderes mal besser fotografiert werden können. Weiterhin konnten einige Muschelarten nachgewiesen werden. Bis auf die Dreikantmuscheln (Dreissena polymorpha) handelt es sich allerdings nur um leere Schalen einer Corbicula-Art oder aber einer Art Erbsenmuschel (Pisidium ...) und der einheimischen Malermuschel (Unio pictorum), was wiederum ein Vorkommen von Bitterlingen nachweist. Ein Freund von mir hat an einem anderen Tag beim Angeln nebenbei den amerikanischen Krebs Orconectes limosus (Kamberkrebs) fangen können. Am liebsten hätten wir aber, falls es dort welche gibt, ein paar Garnelen erwischt. Das war uns zwar leider nicht vergönnt, aber was nicht ist kann ja noch werden.

Schlußwort

Schon beim Wort "Kanal" denken viele Menschen als Erstes an Abwässer, Schmutz und Unrat. Es leben aber sehr viele Tiere in und am Kanalwasser, so dass man keineswegs von lebloser Brühe reden darf. Die tristen Spundwände sind zwar allgegenwärtig, aber es gibt auch viele Stellen mit naturnahen Ufern, welche Kleinlebewesen bessere Lebensräume bieten. Bei Talsperren zum Beispiel denkt man nicht direkt an von Menschenhand geschaffene Bauwerke. Es kommen im RHK fast alle einheimischen Fischarten vor. Ebenso konnten wir 3 verschiedene Muschelarten nachweisen, so dass man von einer relativ guten Wasserqualität ausgehen kann. Die Sichtigkeit (Trübung) des Wassers hat übrigens keinen Einfluß auf die Qualität, da es sich hier nur um Trübstoffe bzw. mitgeführtes Sediment handelt. Das Kanalwasser ist außerdem trotz Schiffsverkehr recht klar. Da zur wärmeren Jahreszeit wesentlich mehr Leben im Wasser ist, werden wir nächstes Jahr versuchen weitere Arten zu entdecken.

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© 2005 Frank Kulich