Moose / Moss

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Mit Moosen lassen sich sehr natürliche und dekorative Aquarien gestalten. Die hier aufgeführten Arten sind größtenteils noch absolute Raritäten in Deutschland. Bei der Zuordnung der einzelnen Arten muß ich mich auf die Personen verlassen, von denen ich diese Arten bekommen habe. Eigene Recherchen fließen hier natürlich ein. Eine Gewähr für die absolute Richtigkeit der Namen kann ich daher nicht geben.
Da Moose recht langsam wachsen und auch mit schattigen Standorten gut zurechtkommen, empfehle ich immer eine Kombination mit Schwimmpflanzen.
Moose verleihen einem Aquarium einen sehr naturnahen Effekt und sind somit eine große Bereicherung der verschiedenen Pflanzenarten.
Sofern es mir sinnvoll erschien, habe ich einige englische Bezeichnungen frei ins Deutsche übersetzt.
Am Ende dieser Seite habe ich noch einige allgemeine Informationen angehängt.

Quellmoos / Fontinalis antipyretica


Eigentlich Kaltwasserart, heimisch in den Oberläufen unserer Flüsse, läßt sich aber auch in Warmwasser aklimatisieren. Diese Pflanze benötigt sauberes, schadstoffarmes Wasser und ist somit ein guter Indikator der Gewässergüte. Wächst bei mir recht langsam. Wenn die Pflanze nicht bereits festgewachsen auf einem Stein ins Becken gelangt, wird sie nicht ohne weiteres wurzeln. Aufbinden wie bei anderen Moosarten scheint nicht zu funktionieren. Die flutenden Büschel erreichen eine Länge von max. 40 cm.


Willow moss / Fontinalis antipyretica


Bildet unter anderen Bedingungen evtl. andere Wuchsformen. Es kann sich auch um Unterarten handeln. Ansonsten s.o.


Javamoos / Taxiphyllum barbieri (lat. Bez. nach neuesten Erkenntnissen)


Sehr gutes Versteck für Jungtiere und durch feinste Verästelungen vorteilhaft für Nahrungssuche. Kann bei größeren Becken zur Plage werden, da es in jeder Ecke wächst. Gedeiht auch bei geringen Lichtverhältnissen. Eine der bei uns am häufigsten gepflegten Aquarienpflanzen.
Das Thema Moos kommt langsam auch in Deutschland auf. Javamoos kennt wohl jeder, aber es gibt noch eine Vielzahl anderer bzw. ähnlicher Arten.


Fissidens sp. ? aus Kanada / wahrscheinlich falsche Bezeichnung!


Die Gattung Fissidens ist sehr vielseitig. Es gibt dabei auch Moose welche nicht dauerhaft aquatisch überlebensfähig sind. Wahrscheinlich handelt es sich bei der abgebildeten Art aber nicht um ein Moos, da vereinzelt lange Wurzeln gebildet werden. Ein erneuter Import wird zeigen, ob und wie diese Pflanze im Aquarium gedeiht, da die erste Lieferung leider Frost abbekommen hat. Nachtrag: Diesmal gab es keine Probleme beim Transport. Leider ist es, nach anfänglichen Wachstum, trotzdem abgestorben. Offenbar ist die Pflanze sehr empfindlich und nur bei dauerhaft kühleren Temperaturen (unter 25°C) zu halten. Die erste Hitzewelle hat es nicht überlebt, daher sehe ich von weiteren Versuchen ab. Mag anscheinend viel Licht und CO².


Weeping moss (Trauermoos) / Vesicularia ferriei


Hängt immer etwas nach unten, daher die übersetzte Bezeichnung Trauermoos. Ergibt einen sehr natürlichen Effekt.


Stringy moss (Fadenmoos) / Leptodictyum riparium


Wächst nach oben, daher keine Eignung für eine Moosrückwand. Ist auch sehr fein mit relativ wenig Blattwerk. Bietet durch diesen seltenen Anblick einen schönen Kontrast zu anderen Moosarten.


Flame moss (Flammenmoos) / Taxiphyllum sp.


Ein sehr schönes Moos, welches spiralförmig nach oben wächst. Wirkt am Besten aufgebunden auf Holz.


Spiky moss (Spitzmoos) / Taxiphyllum sp.


Ähnlich dem allseits bekannten Javamoos, wächst aber dichter und hat gröberes Blattwerk.


Erect moss / Vesicularia reticulata


Wächst genau wie das Stringy moos nach oben, also auch nichts für Moosrückwände. Am besten auf Steinen oder Holz befestigen.
Bildet einen Hauptarm mit mehreren Ästen. Leider etwas empfindlicher als manch andere Art.


Peacock moss (Pfauenaugenmoos) / Taxiphyllum sp.


Recht gutes Wachstum im Gegensatz zu manchen anderen Arten.


Taiwan moss / Taxiphyllum alternans

Foto folgt
Ein etwas filigraneres Moos.


Christmas moss / Vesicularia montagnei

Foto folgt.
Gut geeignet zur Herstellung von Moosrückwänden.


Heteroscyphus zollingeri ?


Noch nicht eindeutig identifizierte Art. Wächst dicht und dem Licht entgegen. Hat abgerundete Blätter, welche sich genau gegenüber stehen. Erreicht in der abgebildeten Wuchsform eine Länge von max. ca. 3-4 cm.


Moos aus Nordamerika (Georgia) / Virgin Island Moss


Gefunden emers und submers an einer Quelle. Es handelt sich hier um eine größere Art (bis über 10 cm). Das dritte Bild zeigt das Moos nach der Eingewöhnung im Aquarium. Es werden sehr dichte Polster gebildet, somit gute Eignung für Garnelennachwuchs.

 

Vorkommen: Bei den hier abgebildeten Moosen handelt es sich ausschließlich um Arten, die dauerhaft submers im Aquarium gehalten werden können. Es gibt auch noch Arten, welche mehr in Feuchtgebieten gedeihen und nicht oder nur schlecht für eine dauerhafte Aquarienhaltung geeignet sind.
Haltung: Moose sind recht anspruchslos. Herkömmliche Pflanzendünger und CO² können das Wachstum positiv beeinflussen, sind aber keinesfalls notwendig. In der Regel wachsen diese Pflanzen langsam. Generell kann man sagen, dass die Lichtintensität Einfluß auf die Wachstumsgeschwindigkeit hat. Sollten die Moose zu sehr veralgen ist ein dunklerer Platz natürlich die bessere Wahl. Die meisten Moose benötigen kühleres Wasser und sollten daher mindestens unter 28°C gehalten werden. Javamoos bildet da eine Ausnahme und gedeiht auch noch über 30°C, ist also auch gut für Diskusbecken geeignet. Verschiedene Haltungsbedingungen bzw. Standorte können verschiedene Wuchsformen hervorrufen. In anderen Becken können die oben abgebildeten Moose ganz anders aussehen! Bei ausreichender Feuchtigkeit steht einer emersen Haltung nichts im Weg.
Pflege: Irgendwann wird es mal zuviel, wie soll man dem Moos nun Einhalt gebieten? Es gibt eigentlich nur 2 Methoden. Entweder man entfernt überschüssige Pflanzen durch ausrupfen oder aber durch zurückschneiden. Schneiden möchte hier nicht den Vorrang geben, da kleine Partikel im ganzen Becken verteilt werden, und diese dann unkontrolliert wachsen. Ein sofortiges absaugen der Partikel dürfte sich schwierig gestalten.
Für eine einfache und problemlose Gestaltung kann man kleine Stücke in Zwischenräume stecken, oder auf Holz bzw. Steine mit Hilfe von Angelschnur oder Gummis fixieren. Die Gestaltung ist so natürlich um einiges einfacher als bei wurzelnden Pflanzen.
Hat man die Moose auf Matten gebunden, kann man diese zur Bearbeitung einfach aus dem Wasser nehmen und danach auch an anderer Stelle einfach neu platzieren.
Moosgitter aus Edelstahl sind ein besonders gutes Hilfsmittel zur freien Gestaltung. Durch das Gewicht und die Verformbarkeit hat man dazu größere Möglichkeiten.


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© Frank Kulich